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Samstag, 18. August 2012

4. Film: Boogie Nights (1997)


Da ich heute Abend mit meinen Freunden ausgehen möchte, habe ich mir gedacht einen Film zu wählen, der nach Feiern klingt. Das war keine leichte Aufgabe, bei dieser Liste. Schließlich traf meine Wahl auf „Boogie Nights“. Als ich dann las, dass es um die Pornoindustrie geht, hatte ich eher weniger Lust darauf. Ist die Wahl jedoch getroffen, sehe ich mir den Film auch an.



Der Film beginnt witzig und mit Dialogen wie:
„Ich möchte, dass du jetzt rüber gehst und dich zu Eddie auf die Couch setzt.“
„Aber gern. Sollen wir ficken?“

Man bekommt den Eindruck, dass es um eine große heile Familie geht, die gemeinsam Erotikfilme dreht. Erst als einer der Crew an Silvester seine Frau erschießt beginnt die Fassade der Industrie zu bröckeln. Jeder hat mit den Folgen der Schauspielerei im Pornogeschäft und den Drogen auf seine Art zu kämpfen.

Der Film war keine Inspiration für meinen Feierabend, aber packendes Drama, das auch einen Ouroboros zu bieten hatte. Am besten hat mir die 70er/80er Atmosphäre gefallen. Ich stehe auf diesen Flair, den die Kleidung, Musik und Filmaufnahmen ausstrahlen.

Freitag, 17. August 2012

3. Film: Adaption (2002)


Die ersten beiden Rezensionen waren echt ziemlich schlecht. Eine Zusammenfassung und grobe Beurteilung der Qualität des Films findet man in Massen im Internet und ich war kurz davor, mich in diesen Massen einzugliedern. Doch wieso sollte man lieber meinen Blog lesen, als den Wikipediaeintrag, in dem alle wichtigen Informationen stehen?
Die Antwort auf diese Frage muss jeder für sich selbst finden und ich hoffe, ihr nehmt euch dir Zeit und Mühe dafür. Ich für meinen Teil, bemühe mich euch die Möglichkeiten dafür zu geben. Nun genug der allgemeinen Worte. Kommen wir zu Film drei.

Es kotzt mich nun schon nach dem dritten Film an, dass sie so scheiße gut sind. Ich wollte die Filme zerreißen, inklusive der Liste, auf der sie stehen. Doch sie haben ihren Listenplatz redlich verdient.
Den heutigen Film finde ich bisher am besten. Das könnte unter anderem daran liegen, dass ich mich mit dem Protagonisten identifizieren kann. Es geht um einen Drehbuchautor mit Geheimratsecken und einem dicken Hintern, den er nicht hoch bekommt. Statt dessen bekommt er etwas anderes das ein oder andere Mal hoch, doch das ist eine andere Geschichte.


Nicolas Cage macht sich sehr gut in der Doppelrolle der dicken Drehbuchautorzwillinge. Die Zwillinge arbeiten jeweils auf ihre Art an einem Drehbuch, der eine voller Verzweiflung an der Umsetzung eines Blumenbuchs und der andere voller Naivität an seinem Debüt. Im Laufe der Geschichte verdichtet sich das Geschehen und lässt vermuten, dass es sich um einen Ouroboros, eine Schlange, die sich in ihren eigenen Schwanz beißt, handelt. Man beginnt jedoch daran zu zweifeln, dass die Schlange wirklich ihren Schwanz zu fassen bekommt, wenn der Protagonist beginnt hinter die Fassade des Buches zu schauen und sich darin verwickelt.


Ein Film der schreit: 
„Bekomm deinen Arsch hoch und beginn zu lieben, auch wenn du nicht zurück geliebt wirst, denn diese Liebe kann dir keiner nehmen.“

Donnerstag, 16. August 2012

2. Film: Rain Man


Film numero zwei ist das Drama „Rain Man“ von Barry Levinson aus dem Jahre 1988 … zu dieser Zeit war ich noch nicht mal auf der Welt. Wie gut es ist, dass man Filme nachträglich sehen kann, ansonsten hätte diesen schönen Film verpasst. 

Es geht um Charlie Babbitt, einen schmierigen Autohändler aus LA, bei dem sich alles um den Verdienst dreht. Als sein Vater stirbt zeigt er keinerlei Reaktion. Erst als ihm der Anwalt seines Vaters berichtet, dass das gesamte Vermögen an einen unbekannten Begünstigten geht, wird er wütend. Er begibt sich auf die Suche nach diesem Begünstigten und findet heraus, dass er einen autistischen Bruder hat, der das Geld erbt. Charlie entführt seinen Bruder aus dem Pflegeheim und will mit ihm zurück nach LA fahren, wo er seine Firma retten muss. Diese Fahrt stellt sich als eine große Herausforderung heraus. Charlie ist mit dem Verhalten seiner Bruders überfordert und macht daraus keinen Hehl.
"Oh, Oh, Furz! Furz!"

"Hast du gefurzt, Ray ? Hast du gefurzt, verdammt?"

"Furz!"

"Oh Mann, hol dich doch der... Wie kannst du das aushalten? "

"Das macht mir nichts aus!"



Die Reise der zwei ungleichen Brüder wird sehr schön dargestellt und die Momente, in denen sie bemerken, dass sie eine Verbindung haben sind rührend. Ohne zu viel Schmalz oder unnötige Witze nimmt der Film die Krankheit und Probleme ernst. Es ist ein gelungener Film und perfekt für Abende, die etwas ernster sein dürfen. Außerdem wird Charlie Babbitt von dem jungen Tom Cruis gespielt. Diese Schmalzlocke darf man nicht verpassen ;)

Mittwoch, 15. August 2012

1. Film: Adams Äpfel

Mein erster Film heißt „Adams Äpfel“. Es ist ein dänischer Film des Regisseurs und Drehbuch-autors Anders Thomas Jensen aus dem Jahre 2005. Es handelt von Adam, den Ex-Sträfling, der zu Ivan kommt, ein Pfarrer einer kleinen Gemeinde. Ivan hat es sich zur Aufgabe gemacht Strafffällige zu resozialisieren und so trifft man in seiner Kirche noch auf Gunnar, den Trinker und Triebtäter, sowie Khalid, den Tankstellen-räuber. Adam ist ein gewalttätiger Neo-Nazi, den Ivan eine Aufgabe geben möchte. Er soll sich um einen Apfelbaum kümmern und mit den geernteten Äpfeln einen Apfelkuchen backen. Ivans Gutmütigkeit und Barmherzigkeit den Menschen gegenüber wird penetranter und akzeptiert keine Widerrede. Schon bald stellt sich heraus, was sich hinter dem geradezu krankhaften Verdrängen des Pfarrers steckt. Adam ist der Einzige, der sich Ivan widersetzt. Dadurch beginnt eine allmählich ansteigende Eskalation der Situation.

Der Film ist innovativ und überraschend. Als Betrachter wird man in eine völlig neue Situation gezogen, in der man sich zu Beginn fragt, was das alles soll, bis es zu einem Aha-Erlebnis kommt. Von da an, hängt man an den Lippen der Protagonisten und fragt sich, was sich der Autor noch alles für sie ausgedacht hat.
Ich fand vor allem die Äpfel interessant. Sie sind ein Sinnbild, dass sich durch den ganzen Film zieht und für die Handlung steht. Jensen schafft es in einem tragischen Moment die gewisse Brise Komik hereinzubringen, sodass man nie weiß, ob man jetzt lachen oder weinen soll. Ein herrliches Kompositum. Ich kann euch diesen Film auf jeden Fall empfehlen und würde gerne von euch wissen, was ihr von dem Element der Äpfel haltet. Ich frage mich, ob ich vielleicht zu viel in sie hinein interpretiert habe.

Der Selbstversuch: Filmrezensionen

In den letzten Tagen bin ich ganz besessen von Filmen. Jedesmal, wenn ich mich in Prüfungs- oder Hausarbeitsstress befinde suche ich mir etwas, was ich schon lange tun wollte. Dieses Mal ist es mein Repertoire an Filmen, das ich unbedingt erweitern möchte. Während ich meine Filmsucht auslebte fiel mir der Film "Julie&Julia" in die Hände. Es ist ein wunderschönder Film, in dem eine junge Frau sich von ihrem Hobby zu kochen insperieren lässt und einen Blog beginnt zu schreiben. Fleißig möchte sie in einem Jahr ein dickes Kochbuch durchprobieren. Ihre Leidenschaft dazu hat mich nun angesteckt und ich möchte aus meiner Sucht heraus nun auch schriftstellerisch aktiv werden.
Gestern bin ich auf eine Internetseite gestoßen, auf der 300 Filme aufgelistet sind, die man gesehen haben sollte. In wieweit diese Liste stimmt, möchte ich nun im Selbstversuch ausprobieren. Jeden Tag werde ich mir einen Film ansehen und eine Rezension dazu schreiben. Damit das Ganze eine runde Sache wird, werde ich aber 365 Filme (1 Jahr) vorstellen. Die restlichen 65 fülle ich mit meinen persönlichen Favoriten.

Nun heißt es also Film ab!


(Die Liste der 300: http://www.mojoba.de/blog/a-bis-z/)

Freitag, 16. März 2012

Die Faszination des Kreuzes


Das Kreuz ist das bekannteste Symbol des Christentums. Früher schmückte es jeden Haushalt, sowie viele Hälse. Heute wird es auch oft als modisches Accessoire getragen. Es ist kein Geheimnis, dass es für die Kreuzigungsszene von Jesus steht. Doch woher kommt der Brauch das Kreuz als Wahrzeichen zu verwenden und wann hat das begonnen?

Nach dem Tod Jesu Christi begannen seine Jünger von ihm zu predigen. Nachdem sie dies die erste Zeit unbehelligt ausführen konnten, kam es allmählich zu Ausschreitungen gegen die neue Christengemeinde. In der Bibel erfahren wir, dass es etwa sechs Jahr nach Jesu Kreuzigung zum ersten Märtyrertot kam. In Apostelgeschichte 7,54-60 wird berichtet, wie sich Stephanus vor den Hohepriestern zu Jesus, Gottes Sohn, bekennt und daraufhin von ihnen vor der Stadt gesteinigt wird. Dies war der Beginn der Christenverfolgung, die von Saulus geleitet wurde (Apg. 8+9). Als die christliche Kirche immer größer wurde, war sie auch bald ein Dorn im Auge der Römer. Als nicht anerkannte Religion wurden sie bis zum Jahre 313 verfolgt.

Man könnte meinen, dass der Ursprung der Kreuzsymbolik in der Identifizierung des Märtyrertums liegt, also als Vorbild für die damals verfolgten Christen. Dies ist jedoch nicht der Fall. In Wahrheit entsteht das Kreuz als Symbol für die Kirche erst viel später. Die ersten Symbole der Christen waren das Staurogramm und das Christusmonogram. Beide Symbole stehen für Christus und lehnen sich aneinander an. Das Staurogramm stellt den Mittelteil des griechischen Wortes Stauros dar. Stauros ist ein Nomen Sacrum (= Heiliger Name für Gott) und kann mit Kreuz übersetzt werden.

Im Laufe des 4. Jahrhunderts, eine Zeit, in der das Christentum die Staatsreligion des römischen Reiches wird und Christen nicht mehr in der Gefahr lebten, einen Märtyrertot zu sterben, entstand das Kreuz als neues christliches Symbol. Eine Theorie besagt, dass das Kreuz zu dieser Zeit entstand, weil sich die Christen nicht mehr verstecken mussten und in der Öffentlichkeit zu dem Kreuzestot stehen konnten. Die ersten Kreuze waren ohne Corpus Christi. Das älteste bekannte Kreuz mit der Figur Christi, also ein Kruzifix, stammt von etwa 980. Doch die vermehrte Darstellung des leidenden Christi am Kreuz etabliert sich erst später.
Das Symbol für die christliche Glaubensgemeinschaft ist, seit Anbeginn der Gemeinde Jesu Christi, im Wandel. Auch jetzt, nach etwa 2000 Jahren, gibt es Diskussionen und neue Gestaltungen zu dem Kreuz. Die neuste Erscheinung ist das Auferstehungskreuz. Ein Kreuz, mit dem, durch Auslassung des Körpers, explizit auf die Auferstehung angespielt wird.
Ich habe mir gedacht, wenn wir schon beim Designen neuer Symbole sind, möchte ich auch meinen Teil dazu beitragen. Wie wäre es denn, wenn wir uns Ketten mit einem Kreis umhängen würden, als Zeichen für das leere Grab? Dann müssten wir auch nicht mit einem Mordwerkzeug am Hals rumlaufen, das den Tot tausende von Menschen bewerkstelligt hat.

Doch bei all diesen Bedenken über die Symbolik darf man die Funktion dessen nicht vergessen. Die Symbole entstanden, damit man erkennen konnte, wer Glaubensgenosse war und man sich der Öffentlichkeit gegenüber bekennt. Heutzutage ist das Kreuz zum Modeschmuck geworden und niemand nimmt mehr an, ich sei Christ, nur weil ich ein Kreuz um den Hals hängen habe. Vielleicht ist dies ein noch viel größerer Grund, weshalb wir ein neues Symbol für unser Glaubensbekenntnis bräuchten, um dem wahren Sinn des Symbols gerecht zu werden.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Gibt es noch Ehre nach dem Sex?

Ich befasse mich gerade mit einem Buch von Anthony Trollope, einer der bekannteste Schriftsteller in England aus dem 20. Jahrhundert. Das Buch heißt „An Eye For An Eye“ („Auge um Auge“) und behandelt die Geschichte eines jungen Mannes, der die Ehre hat von einem reichen Grafen adoptiert zu werden, um dessen Erbe zu werden. Nun wohnt diesem jungen Mann jedoch ein starker Drang nach Abenteuer inne und fordert beim Grafen ein Jahr Militärdienst ein, bevor er sich verpflichtet, seiner Rolle als Adeliger gerecht zu werden. Er tritt seinen Dienst in Irland an und es geschieht, was geschehen muss. Er verliebt sich in eine Schönheit, die Katholikin und obendrein ohne Herkunft ist. Trollope entwirft einen Zwiespalt in diesem Mann, dem zwei Versprechen abgekämpft werden. Zum einen seinem zukünftigen Adelstitels alle Ehre zu machen und keinerlei niedrige Verbindungen einzugehen und zum anderen die Ehe mit Kate O´Hara einzugehen und ihr dadurch keine Schande über sie kommen zu lassen.

Fred Neville, der junge Mann, fühlt sich von Kate komplett in den Bann gezogen und kann sich in ihrer Gegenwart nicht vorstellen, sie nicht heiraten zu können. Doch dann kommt es zu einer Wende seiner Sichtweisen, nachdem Kate sich Fred vollkommen hingegeben und sich ihre „Unschuld“ nehmen ließ. Sie beschließt sich in allem Fred Neville zu opfern, ihm immer zu gehorchen und zu umsorgen. Ab da an will Fred nichts mehr, als aus dieser Verbindung raus.

Ist es ein Zufall, dass die Wende seiner Ansichten ausgerechnet kurz nach der völligen Hingabe Kates geschieht? Ich denke nicht. Kate O´Hara bedeutete für Fred Abenteuer, unentdecktes Gebiet. Noch nie hatte jemand zu sehen bekommen, was Fred zu sehen bekam und als er es sah, war es gesehen. Er erscheint wie Columbus, der unbedingt das Ende der Welt sehen wollte und als er Amerika entdeckte, es sich ansah und es sein Eigen nennen konnte, fuhr er nach Hause und fand, dass es dort doch irgendwie schöner war. Wobei man an dieser Stelle anmerken muss, dass er Amerika immerhin viermal! besuchte.

Ich würde also soweit gehen und behaupten, dass Kates Offenbarung Freds Abschluss war. Die Frage die dabei aufkommt ist, hat sich dieses Verhalten geändert? Erscheinen schon bestiegene Berge heute immer noch ebenso interessant, wie solche, die noch keiner erklimmen konnte? Wie viel Anreiz hat eine Jungfrau heute noch?

Mir sind schon die verschiedensten Meinungen untergekommen. Da gibt es die einen, die sich Kerben in den Bettpfosten ritzen, wenn sie jemanden entjungfert haben und oft sind es eben diese, die niemals eine feste Bindung mit einer entjungferten Person eingehen möchten. Andere behaupten, ihnen käme keine Jungfrau ins Bett. Die Erfahrung sei es auf die es ankommt. In christlichen Kreisen wird oft davon gesprochen, dass Sex nur in die Ehe gehört und nirgendwo anders. Dementsprechend wird es auch dort eher schwer sein mit einer verlorenen „Unschuld“ einen Partner zu finden, dem das nicht allzu viel stört.

Natürlich gibt es noch dutzende mehr Meinungen dazu, doch es wäre allzu ermüdend, diese aufzuzählen und auch nicht wirklich relevant, denn ich glaube, dass es nicht darauf ankommt, ob dein Partner dich mehr oder weniger achtet, weil du deine „Unschuld“ noch hast oder eben nicht. Ich glaube es ist wichtig, dass du dich noch achtest. Partner kommen und gehen heutzutage doch sehr schnell, doch das was bleibt bist du. Du musst dich selbst lieben und achten können, mit oder ohne „Unschuld“, bevor es jemand anderes machen kann. Und wenn du dann jemand findest, der dich wahrhaftig liebt, dann wird er alles an dir lieben, unschuldige, wie auch schuldige Seiten.

Nicht umsonst sagt Anthony Trollope Freds Gefühle seien „fast wie echte Liebe“, kurz bevor er Kate entjungfert und beschließt sie zu verlassen. Ob ihn sein Adelstitel und der gute Ruf seines neuen Familiennamens, den Verlust seiner Ehre aufhebt sei dahingestellt.