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Freitag, 7. September 2012

23. Film: Reservoir Dogs – Wilde Hunde (1992)

Auf mich wirkte der Film beinahe wie ein Theaterstück, weil sich 80% des Films in einer Kulisse abspielt. Die überlebenden Kriminellen eines Juwelierüberfalls treffen sich in einer Lagerhalle, in der der Lagebericht stattfindet. Orange ist angeschossen, White fühlt sich schuldig und Blonde dreht vollkommen ab. Nach und nach wird die Geschichte mit kleinen Szenen rekapituliert. Durch dieses Verfahren stellen sich einige Fragen, die sich erst langsam lösen. Wer sind diese Männer? Wer von ihnen hat überlebt? Warum ist Blonde durchgedreht und schließlich die wichtigste Frage, gibt es einen Verräter unter ihnen? Manche Fragen bleiben ungelöst. Das einzige was sicher ist, ist ein großes Tarantino Ende, wie es sich gehört.


 
"Ihr solltet nicht so harte Spielchen spielen, sonst fängt noch jemand an zu weinen!"


Quentin Tarantino übernimmt bei seinem Filmdebüt Regie, Drehbuch und eine kleine Rolle. Das Rot glänzt wie eh und je. Die Musik stimmt. Die Schauspieler sind passend zusammengewürfelt und angenehm unbekannt.

Ich fand den Film gut gemacht. Der Schnitt eröffnet beim Zuschauer Fragen und weckt dadurch Interesse. Sehenswert ist er allemal, doch ein weiteres Mal, würde ich ihn mir aber vermutlich nicht ansehen.

Der Abspann wird von einem wundervollen Lied untermalt, dass ich durch Bones kennen und lieben gelernt habe. Ich möchte es euch natürlich nicht vorenthalten:

Donnerstag, 6. September 2012

22. Tag: Departed - Unter Feinden (2006)



Der heutige Film führt mich in die Tiefen von Boston. Ein kleiner Junge namens Colin Sullivan lernt den Mafiapaten Castello kennen, der ihn wie einen Sohn heranzieht. Als Sullivan die Polizeiakademie erfolgreich beendet, hat Castello seinen Jungen da, wo er ihn braucht. Auch Billy Costigan absolviert die Polizeiakademie erfolgreich. Im Gegensatz zu Sullivan entstammt Costigan aus einem kriminellen Milieu und eignet sich daher hervorragend als Maulwurf. Kurzerhand bekommt er eine neue Identität und mischt sich unters Castellos Leute. Mit einem Maulwurf auf beiden Seiten beginnt das Kopf-an-Kopf-Rennen. Wer wird den anderen zuerst identifizieren ohne aufzufliegen?

Der Film ist spannend gestaltet. Leonardo DiCaprio spielt seine Rolle als Costigan sehr gut. Man spürt, dass er nie ein Maulwurf sein wollte und ihm die Vorbereitung fehlt, die Sullivan sein Leben lang hatte. Castello ist unberechenbar und erbarmungslos, dies lässt alle Möglichkeiten offen. Das Ende finde ich etwas zu schusssicher. Der Film ist für beide Seiten absolut nervenzerreibend, sodass alles einfach nur noch in die Luft gehen kann.

Mit seinen 145 Minuten ist er absolut füllend für ein DvD-Abend und wird dabei keine Sekunde langweilig.

 "Wenn Du beschließt etwas zu werden, dann kannst Du es werden. In der Kirche sagen sie dir das nicht. Als ich so alt war wie Du, hieß es: 
Man wird entweder Cop oder Verbrecher. 
Heute sage ich dir dazu folgendes: Wenn Du eine geladene Waffe vor der Nase hast...
wo ist dann der Unterschied, hm?"


Mich hat der Film etwas an "Im  Körper des Feindes erinnert" erinnert. Auch ein super Film. Ich muss ihn demnächst auch einmal vorstellen, damit ihr versteht welchen Zusammenhang ich sehe ;)

Mittwoch, 5. September 2012

21. Film: Frost/Nixon (2008)

Es ist jedes Mal spannend einen Film aus der Liste zu schauen. Ich lese zuvor absichtlich keinen Inhalt oder gar Rezensionen dazu. Ich möchte vollkommen unvorbelastet an den Film herantreten. Deswegen sind die ersten Minuten entscheidend. Wie führt der Film mich in die Thematik?

Bei Frost/Nixon viel es mir sehr schwer hineinzukommen. Zu Beginn sieht man zusammengeschnittene Interviewszenen. Es wirkt wie ein Dokumentarfilm und führt den Zuschauer dadurch direkt in die Medienwelt. Darum geht es schlussendlich auch. Der Talkmaster David Frost möchte in Amerika Kariere machen und sucht Das TV-Ereignis dazu. Als er sieht, wie Präsident Richard Nixon, wegen dem Watergate-Skandal, vor laufender Kamera zurücktritt, erkennt er seine Chance. Er möchte den Ex-Präsidenten auf seine Couch bekommen. Dafür stellt er ein Team von Politikwissenschaftlern zusammen, die alles daran setzen, den Ex-Präsidenten ein Geständnis zu entlocken. Dieser denkt jedoch gar nicht erst daran, unruhig zu werden. Das Projekt, in das Frost all sein Geld gesteckt hat, droht an die Wand zu fahren. Für beide Seiten gilt: Alles  oder nichts.

Wenn man erst einmal in den Film reingefunden hat, kann man ihn gemütlich ansehen. Selbst für Menschen, die nicht viel Ahnung von Politik haben (wie ich es einer bin), ist der Film interessant. Außerdem lernt man eins der wichtigsten TV-Ereignisse kennen und vergisst nicht mehr so schnell, wer Präsident Nixon war.

Ich habe mich bei dem Film gefragt, war Nixon wirklich so ein geldgeiles, egoistisches Aas oder stellen die Amerika nur wiedermal übertrieben da?

Dienstag, 4. September 2012

20. Film: The Guard – Ein Ire sieht schwarz (2011)

Der heutige Film findet in Irland statt. Der irischer Polizist Gerry Boyle, unkonventionell, ruppige und ohne Skrupel, die Drogen eines Toten zu sich zu nehmen, in einem bisher ruhigen Städtchen. Doch die Ruhe wird gestört. Dort soll eine millionenschwere Drogentransaktion durchgeführt werden. Boyle wird ein afroamerikanischer FBI-Agent aus Amerika an die Seite gestellt um die internationale Drogenschmugglerbande ausfindig zu machen. Die ungleichen Ermittler bekommen sich immer wieder in die Haare. Boyle legt es aber mit seinem „Schwarzenhumor“ nur darauf an. 

  "Ich bin Ire, Rassismus ist Teil meiner Kultur"

Die Stellen, an denen Boyles Eigenarten gezeigt werden sind unterhaltsam. Ansonsten ist der Film eher ein durchschnittlicher Krimi und meiner Meinung nach nicht unbedingt sehenswert.

Montag, 3. September 2012

19. Film: Beim Leben meiner Schwester (2009)


Diesen Film, ich muss es zugeben, habe ich vor einem Jahr gesehen und mir heute nicht noch einmal angeschaut. Als ich ihn letzten Herbst sah, wurde ich so totunglücklich, dass ich mir schwor, ihn nie wieder zu sehen.

Der Film dreht sich um die Krebserkrankung eines jungen Mädchens und den Umgang ihrer Eltern damit. Krebs ist momentan ein Modethema geworden. Wem kann man es verübeln? Er ist überall. Kaum eine Familie, die nicht ihre eigene Krebsgeschichte zu berichten hat. Da ist es kein Wunder, dass Buchläden allmählich eine Krebsrubrik neben den Vampirkitsch aufmachen. Nun hat auch der Film Krebs bekommen.

Ich muss ehrlich sagen, ich kann es nicht mehr sehen und deswegen, verweigere ich diesen Film zu rezensieren. Stattdessen werde ich euch einen Tipp geben: Schaut euch lieber einen Film wie „Findet Nemo“ an. Der Film über den kleinen Clownfisch, der weit weg von zu Hause ist, aber niemals die Hoffnung aufgibt, dass er seine Heimat wiederfinden wird.


"...Ach... der Klassiker : Verdrängung"

Co-Writing: Wers glaubt wird seelig (2012)

Heute lasse ich einmal eine andere Stimme zu Wort kommen. Julia war so nett, mir ihre Filrezension zur Verfügung zu stellen. Ihre Empfehlung aus dem aktuellen deutschen Kino ist: "Wers glaubt wird seelig". Julia ist selbst Bloggern und rezensiert alle Filme, die sie sieht. Wer mehr über sie erfahren möchte, kann einfach auf ihrer Seite vorbeischauen: Ich liebe Filme


Viel Spaß bei ihrer Rezension:

Jetzt war ich nach langer Zeit mal wieder in einem deutschen Film im Kino. Es gibt ja leider nicht so viele. Und ich muss sagen, als ich den Trailer gesehen hatte fand ich ihn zwar lustig, aber ich hatte etwas Angst, dass alle lustigen Szenen schon im Trailer sind. Das gibt's ja öfters. Aber diese Angst war völlig unbegründet. Der Film ist super lustig, das Thema ziemlich schräg.  

Nach dem Tod seiner Schwiegermutter kommt Georg auf eine geniale Idee um das verkümmerte Bergdorf Hollerbach, in dem er lebt, zu retten. Er will die verstorbene Daisy heilig sprechen lassen, um Pilgerer anzuziehen. Da man dafür Wunder benötigt, beginnen Georg und seine Freunde diese zu "produzieren". Und zwar wortwörtlich.

Die Rahmengeschichte ist ein Gespräch zwischen Georg und dem Papst, das meiner Meinung nach nicht unbedingt hätte sein müssen, dem Film aber auch nicht wirklich schadet. Er zieht ihn höchstens ein bisschen in die Länge. Mit dem Rest des Filmes hat sich der Regisseur von "Wer früher stirbt ist länger tot" Marcus Rosenmüller selbst übertroffen. Was die Dorfbewohner alles bewerkstelligen, um ihr Ziel zu erreichen, ist der Hammer und einfach zum Wegschmeißen.

Auch die Schaupieler sind gut ausgewählt: Christian Ulmen, den viele vermutlich als Günther aus "Männerherzen" kennen, spielt sich mit seiner unverkannten Art in die Herzen der Zuschauer und Hannelore Elsner macht sich als Leiche echt gut.

Also kurzgesagt: Wenn ihr mal wieder Lust auf einen lustigen, nicht dümmlichen, unterhaltsamen deutschen Film habt, dann schaut euch "Wer's glaubt wird selig" an! Ich habe jedenfalls schon lange nicht mehr so bei einem deutschen Film gelacht - höchstens über ihn.
Habt ihr auch eine persönliche Filmempfehlung und wollt zu Wort kommen? 
Schreibt mir einfach und ich werde sehen, was sich für euch tun lässt ;)

Sonntag, 2. September 2012

18. Film: Juno (2007)


Ich habe selten eine Protagonistin so lieb gewonnen, wie Juno. Allein ihr Charakter ist schon der Anblick dieses Films wert. Witzig, Kreativ und immer einen guten Spruch auf den Lippen lässt sich die 16-jährige Juno von ihrem besten Freund entjungfern. Dass sie dabei gleichzeitig geschwängert wird, hatte sie nicht geplant. Überfordert mit dem Schwangerschaftsergebnis, möchte sie das Kind möglichst schnell abtreiben lassen. Sie steht im Wartezimmer des Arztes, als sie es sich anders überlegt. Sie muss sich ihren Eltern stellen, die richtigen Adoptiveltern für ihr Kind suchen und den Schulalltag schaffen. Dabei geht so einiges schief und Juno schafft es, jeden Moment perfekt zu kommentieren.

"In Bio haben sie uns erzählt, dass Schwangerschaften häufig zu Kindern führen können."

Witzig, nachdenklich und mit viel Liebe – kurzum, der Film ist einfach nur schön anzusehen.  Ihr werdet „Juno“ nicht auf der Liste der 300 finden, weil es meine private Empfehlung an euch ist. Ich finde, der Film ist absolut sehenswert. Man verpasst ohne ihn viele schöne Momente.